Donnerstag, 8. Oktober 2009
Der Salzmann ist da!
Andere Länder, andere Sitten
In Deutschland gibts vereinzelt noch den Eier- und seltener noch den Milchmann. Hier werden die Wohlblöcke regelmässig von Salzmännern versorgt. Die bauen eine Mauer aus Säcken mit je 30kg Meersalz (á 10.000 Won = 5.82 EUR) auf, und die Bewohner strömen mit kleinen Sackkarren heran (auf dem Bild sind schon 2/3tel der Säcke verkauft, musste nochmal meine Kamera holen).
Warum braucht ein Haushalt so viel Salz, wird man sich jetzt fragen? Ganz einfach: Koreaner essen Reis, und zu Reis gehört Kim-Chi .. eingelegter China-Kohl. Da brauchts Salz für .. viiiel Salz.
Nachdem ich den gestrigen Tag mit fettem Jet-Lag ge- und mit einer halben Staffel Avatar bekämpft habe, gehts jetzt erstmal nach Hajang, ein Städtchen nebenan.
Dienstag, 6. Oktober 2009
Touchdown ICN
Über 10 Stunden Flug sind reichlich Zeit zur Nutzung des "Flight Entertainment Systems". Noch im Rollen zur Startbahn starte ich "Pelham 123", ein Geiselgangsterflick mit Denzel Washington und John Travolta. Auch wenn letzterer so richtig schön böse war, konnte mich der Streifen nicht so recht überzeugen, zumal ich das Ende besonders schlapp fand und ich im Polizei-Verhandlungsexperten ständig den tolpatschigen Sector-7-Sidekick aus den Transformers-Filmen vor Augen hatte - ich glaube der Schauspieler ist für mich für ernste Rollen verbrannt. 6 IMDB-Punkte.Nach dem Korean Airlines 비빔밥Abendessen, serviert von den Stewardessen, die an der Passkontrolle noch die Aufmerksamkeit der gesamten ewig langen Warteschlange auf sich zogen (KAL stellt scheinbar nur Models ein), wählte ich Fast and Furios. Endlich wieder mit Vin Diesel und Paul Walker. Heisse Autos und sexy Frauen, oder sexy Autos und heisse Frauen? Was beim ersten Film noch innovativ und cool war, empfand ich nun als erneuten Aufguss etwas schal - zwar besser als die Vorgänger, aber halt insgesamt wenig originell. Ich gebe trotzdem mal 7 Punkte: zwei für Torettos Schwester, drei für den neuen Dodge Charger (geil-o-mat!) und der Rest für Riddicks äh Diesels Heldenstimme und die anderen schönen Autos (u.a. den knallgelben Mustang).
Mit der Wahl des letzten Fims aus der üppigen Bordbibliothek tat ich mich etwas schwer. Noch mal Transformers 2? Terminator Salvation? Nochmal über Star Trek 11 aufregen? Lieber was neues: Angels & Demons, obwohl die meisten Kritiken nicht gerade positiv waren. Mir spulte sich während des Films die Romanvorlage, die ich noch vor wenigen Wochen zum zweiten Mal gelesen habe, im Kopf ab. Trotz der massiven Kürzungen und Änderungen fand ich die Umsetzung recht gelungen - vielleicht aufgrund der niedrigen Erwartungshaltung und weil die Erinnerungen an das Buch noch so frisch sind. Bin mir nicht sicher ob der Film ohne Kenntnis der Vorlage funktioniert. Ich gebe mal 7 Fanboy-Punkte.
Die letzten 10 Minuten sah ich im Rollen auf dem riesigen Zielflughafen: der neue internationale Flughafen Seoul Incheon International liegt auf einer eigenen Insel an der Westküste Koreas, eine halbe Schnellzugstunde vom Stadtkern entfernt.
Netterweise gibt es hier kostenloses WLAN. Die 22 Grad Aussentemperatur bei strahlendblauem Himmel bestätigen das iPhone-Orakel und ich freue mich auf einen Deutschland-herbstfreien Urlaub in Süd-Korea.
Montag, 5. Oktober 2009
Korea 2009: Start
Noch 10 Minuten bis zum Boarding. Was macht man wenn schwarz-gelb die Wahl gewinnt? Beine in die Hand und nix wie weg! Zumindest für die nächsten knapp 4 Wochen ... goodbye Germany, 안녕하세요 한국 Nächster Stopp nach 10:20h Flug: 서울
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Abflug 10h von Vancouver. Die nur halb gefüllte A320 schiesst wie eine Rakete in den Himmel. Bord-TV: ich entscheide mich für "The Wrestler" mit Mickey Rourke und bin sogar etwas beeindruckt von dieser Dokumentation eines kaputten Lebens. Leider ist der Flug so kurz, daß ich das Ende nicht mehr sehen kann, zumal ich von meinem Fensterplatz regelmässig die unter mir herziehenden Rocky Mountains bewundere. Keine zwei Stunden nach dem Start ist die Landung in Calgary.
Welch ein grandioses Finale ...
Wecker um 5:55h - warum tut man sich sowas im Urlaub an?
Heute vormittag war erstmal Overhead angesagt: auschecken aus meinem Flughafenhotel und ab zum Flughafen, meinen kleinen Nissan abgeben. Nach 2600km habe ich nun also 4600km in Kanada verfahren. Gar nicht übel, in knapp 4 Wochen. Praktisch, daß der Sprit hier selbst in den teuren Großstädten mit gut einem CAN-Dollar pro Liter aufgrund des zur Zeit günstigen Wechselkurses nur rund die Hälfte von dem in Deutschland kostet.
Die ersten beiden Nächte bin ich im Sandman Airport Hotel in unmittelbarer Nähe des Flughafens untergebracht. Der Highway nebenan startet auch schon direkt mit dem Ortsschild. Rund eine halbe Stunde dauert es bei halbwegs anständigem Verkehr, bis man die Vororte hinter sich gelassen hat und in der eigentlichen Innenstadt angekommen ist. Der Weg dorthin erinnert ein wenig an die Young-Street Torontos: kilometerlang - rund 60 Straßenblocks - zieht sich die Einkaufsstraße durch die flächigen Wohngebiete. Nur die ganzen Appartement-Wolkenkratzer fehlen.
Mein letzter Tag auf Vancouver Island.
Abfahrt Campbell River. Schon wieder Bilderbuchwetter, die Sonne brannte von einem wolkenlosen Himmel und der kühle Pazifikwind sorgte für angenehme Linderung.
Von Port Hardy ging es am frühen Morgen ohne weiteren Aufenthalt in der Hafenstadt direkt ab richtung Süden.
Drei Stunden muss ich diesen Anblick jetzt schon ertragen, mit einer Compilation der "100 besten Gitarrensolos aller Zeiten" im Ohr.
Mittwoch, Tag 3. Weiter gehts im Nirgendwo. Heute ist nach den letzten beiden Tagen Regenwetter endlich wieder bilderbuchtaugliche Beleuchtung angesagt.
Dienstag, Tag 2: während der Abfahrt in Prince George fällt ordentlich Schnee. Auch auf den Straßen und den geparkten Autos ist über Nacht einiges liegengeblieben. Die Aussentemperatur liegt gegen 9h früh bei gerade mal einem Grad über dem Gefrierpunkt.
Middle of nowhere. Oder, wie der Rheinländer so sagt: JWD - janz weit draußen.
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