
Heute vormittag war erstmal Overhead angesagt: auschecken aus meinem Flughafenhotel und ab zum Flughafen, meinen kleinen Nissan abgeben. Nach 2600km habe ich nun also 4600km in Kanada verfahren. Gar nicht übel, in knapp 4 Wochen. Praktisch, daß der Sprit hier selbst in den teuren Großstädten mit gut einem CAN-Dollar pro Liter aufgrund des zur Zeit günstigen Wechselkurses nur rund die Hälfte von dem in Deutschland kostet.
Anschliessend ging es mit dem Bus ins Comfort Inn, das letzte Hotel meiner Reise, mitten im Vancouver Downdown. In der Innenstadt stört ein Auto eher, da der Nutzen dort begrenzt ist und es, auch auf dem Parkplatz der Unterkunft, Kosten verursacht. Daher habe ich mein kleines rotes Auto, welches mich die letzten 2 Wochen durch Kanadas Westen trug, auch nicht lange vermisst.
Für heute war Regen angesagt, mit sonnigen Tagen für den Rest der Woche. Das passte zu meinem Plan: heute war es an der Zeit, der örtlichen Niederlassung meiner Firma einen Besuch abzustatten. Das Büro befindet sich allerdings gar nicht in Vancouver selbst, sondern im östlich angrenzenden Ort (oder Stadtteil??) Barnsby. Fünf Stationen mit dem "Skytrain", der Metro Vancouvers. Die führerlose und damit offensichtlich vollautomatische Bahn fährt im Bereich der Innenstadt tief unter der Erde. Wie in Toronto führen ewig lange Rolltreppen ins Erdreich. Ausserhalb des Stadtkerns schweben die Schienen in der Höhe und schlängeln sich durch Häuserschluchten, Autobahnkreuze und über Straßen hinweg. Downtown ist eine Zone und das Ticket hierfür kostet CAN$2,50. Barnsby liegt nebenan, also ist hier das Zwei-Zonen-Ticket für CAN$3,70 fällig. Die Fahrkarten sind je 2 Stunden lang gültig und können beliebig mit Bahn, Bus und den Trolley-Bussen, deren Überleitungen das Straßenbild mitbestimmen, genutzt werden. Infrastruktur!
Ich hatte in Barnsby einen Wolkenkratzer mit Hunderten Kollegen erwartet und fand nur ein kleines Büro in einem Bürokomplex vor. Von den ca. 20 hier ansässigen Consultants waren die meisten zudem heute abwesend. Dennoch konnte ich ein interessantes Gespräch mit einer Kollegin führen, welche mich auch darauf hinwies, daß CGIs Westküsten-Zentrale in Victoria auf Vancouver Island liegt.
Na prächtig, da hätte ich mich besser vorher schlau gemacht - und etwas unglücklich, daß ich an einem Wochenende dort war. Aber was solls, fahre ich halt nochmal zurück, da gefällts mir eh besser

Für den Rest des Nachmittags war ich wieder in der Innenstadt und auf der Robson Street Bummeln. Lecker Sushi mit einem herben japanischen "Asahi" Bier, und so langsam wurde es an der Zeit, die letzten Souveniers zu kaufen: T-Shirts, und die letzten Postkarten.
Gegen Abend kam unerwartet die Sonne raus. So fuhr ich spontan auf den Vancouver Lookout im Harbour Center. Mit "nur" 167m ist das zwar kein CN-Tower, aber doch hoch genug um einen wunderschönen Sonnenuntergang mitzuerleben und eine perfekte Sicht auf die Gegend zu erhalten. Die CAN$13 für die Aussichtsplattform hier fühlten sich jedenfalls besser investiert an als die CAN$40 für den Berg. Nach einer ersten Runde Sonnenuntergangsaufnahmen gönnte ich mir im Restaurant (Rotationszeit 1 Stunde) einen "Vanilla Sky" Cocktail, der viel stärker ausfiel als erwartet, und wartete auf die Finsternis. Mit dem genialen GorillaPod konnte ich jede Menge schöner Nachtaufnahmen der Stadt machen, auch anschliessend nochmal bei einem kurzen Rundgang an der nördlichen "Waterfront".
Gegen Mitternacht im Hotel angekommen ist es jetzt flink Zeit für die Falle, ich möchte morgen früh nochmal zurück nach Victoria.
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