Mittwoch, 6. Februar 2008
Vielfalt²: Editoren und FlashCards
Wer es mal versucht hat, weiß, wie schwierig es ist, selbst so ein simples Ding wie das unsägliche Windows Notepad (lustig, daß es da eine richtige Fan-Community gibt!) von Grund auf zu entwickeln.War ich zu DOS-Zeiten begeisterter Nutzer von Wordstar-Klonen, habe ich ab 1992 bis ca. 1998 unter meinem damaligen Primär-Betriebssystem OS/2 den heute recht unbekannten und auch unbedeutenden fte eingesetzt. Auf meinen Windozen war editplus mein tägliches Arbeitspferd. Ab Ende 1995 wurde ich mit der damals noch brandneuen Slackware 3.0 auch mit Linux warm, und dementsprechend auch mit ... Vim. Das Betriebssystem EMACS fand ich schon immer grauenhaft zu bedienen, ja schlimmer noch als vi(m), und wenn man die ersten Milestones der zugegeben steilen Lernkurve von vim gemeistert hat, gibts nix besseres (imho). Ausserdem kann man so überall editieren, noch auf den rudimentärsten BSD, Solaris und Unix*-Kisten (ich schlage mich täglich mit Solaris rum, auf "meinen Servern" gibts nichtmal was anderes). Seit meiner letzten Fest-Anstellung habe ich ausserdem Notepad++ kennen und schätzen gelernt. Flink, recht mächtig und kostenlos. Und nicht so überfrachtet wie das sehr beliebte UltraEdit, mit dem ich mich nie anfreunden konnte.
Wofür nun dieser Rückblick? Ganz einfach... vor einigen Wochen habe ich beschlossen, einen Teil meiner nach dem letzten Jobwechsel nun existierenden Freizeit für das Lernen von Fremdsprachen einzusetzen. Erstmal habe ich mir Koreanisch als Ziel gesetzt - aus familiären Gründen, weil ich noch rudimentäre Vorkenntnisse habe, und vor allem weil Sprache und Schrift kinderleicht sind. Später kann ich immer noch japanisch, chinesisch, französisch, spanisch, italienisch und esperanto lernen [das wäre die Reihenfolge meiner Präferenz ;)]
Zunächst einmal fällt auf, daß das Lernen vor Sprachen vor 20 Jahren irgendwie leichter war. Dann sollte man meinen, daß das Web alles hergibt, was man so braucht. In der Tat gibt es reichlich Software- und Daten für die z.B. aus dem Lateinunterricht so bekannten Zettelkasten, besser bekannt als Leitner-System. Neben diversen Online-Kursen sowie kostenpflichtigen Programmen sind da vor allem Pauker, jMemorize und MnemoSyne zu nennen. Auch PrismaCards/MCards von you2.de macht auf den ersten und zweiten Blick einen guten Eindruck, ist allerdings nicht mehr gänzlich kostenfrei. Nachschub an Vokabelkarten (aber auch an allen möglichen Kärtchen zum Lernen von Fakten, z.B. Hauptstädte der Welt) gibt es zum Beispiel bei Flashcard-Exchange - da kann man sich so manche Eingabe-Orgie sparen.
Die Programme unterscheiden sich neben der Bedienung auch in der Funktionalität bezüglich Anzahl der Felder pro Karte, Audio/Video-Datensupport, Synchronisierungsmöglichkeiten mit Handhelds/PDAs ...Wenn ich einen dieser schmucken EEE-PC hätte, könnte ich ein x-beliebiges Java-Progrämmchen nutzen und fertig. Das Vokabel-Pauken am heimischen PC finde ich allerdings ebensowenig gemütlich wie das Lernen am Notebook. Auf meinem (etwas betagten) Windows Mobile 2003 PDA muss es schon laufen. Von den genannten Programmen gibt es für Pauker einen PDA-Ableger, und you2.de hat eine PDA-Software im Programm. Leider ist es mir auch nach Studium der absolut hervorragenden Java on Pocket PC FAQ sowie des Threads The (Java) MIDlet Bible @ PocketGamer sowie daraufhin folgender Installation der IBM J9 Midlet-Runtime auf dem PDA nicht gelungen, der Software koreanische Schriftzeichen zu entlocken - ganz zu schweigen davon, daß die Bedienung mit dieser Runtime arg leidet, weil man die Hardware-Tasten nicht mehr nutzen kann und vollständig und sehr umständlich mit dem Eingabestift und Popup-Menüs hantieren muss.Wie immer bei IT gibt es aber kein Problem, was nicht jemand anders schonmal hatte. Eine schnelle Suche bei der deutschen WM-PPC-Community, ppc-welt.info machte mich auf PocketStackz aufmerksam, welches ohne größere Flickschustereien preiswert das Erlernen asiatischer Sprachen auf einem Windows-Mobile-PDA ermöglicht. Nach Kopieren eines Unicode-Fonts (z.B. der kostenfreie code2000) in das richtige Verzeichnis läuft das wunderprächtig.Zurück zu den eingangs diskutierten Editoren. Die Anforderung, deutsch/englische wie gleichermassen asiatische Textdokumente bearbeiten zu können, erfordert ein Unicode-taugliches Programm. Obwohl Unicode keine unerhört neue Technolgie ist, sieht es hier meines Erachtens bis heute überraschend mau aus. So mancher als unicode-tauglich beworbene Editor scheiterte spätestens bei der Eingabe solcher Zeichen (mit der Windows IME und meiner koreanischen USB-Tastatur eigentlich kein Problem).

Lange Rede, kurzer Sinn: neben dem für diesen Zweck eher nicht geschaffenen Java Ascii Versatile Editor
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