
Mit Hanne und meiner Familie standen heute die Mittelalterfestspiele auf der schönen
Burg Satzvey auf dem Programm.

Zuletzt war ich 2001 dort und habe den Markt und das Drumherum, und vor allem das Schauspiel noch sehr positiv in Erinnerung. Auch das Wetter war wie beim letzten Mal, halbsommerlich .. nein, dieses Mal war es sogar besser, denn man watete nirgends im Schlamm, vom Regen weniger Stunden zuvor.

Ganz anders in Erinnerung hatte ich die Eintrittpreise. Die haben inzwischen doch deutlich angezogen. 12 EUR für Erwachsene, dazu nochmal 8 Euro für einen überdachten Tribünenplatz - 100 Euro Eintritt für 5 Personen, das ist schon grenzwertig! "Einmal im Jahr" (O-Ton Eltern) macht man sowas mit.

Nun, ich denke bei dem Preis wird es bei so manchem für mehrere Jahre der letzte Besuch gewesen sein. Denn da hat man noch keinen Cent für Mittelalterkrimskrams, Kirschbier, Honigwein oder die 300g-50cm-Bratwurst zu 5 "Talern" ausgegeben. Die zahlreichen Mittelalterbands, die volle zwei Tage auf 3 .. nun, die Generation Praktikum sagt "Floors" dazu .. jedenfalls 2 Tribünen in der Burg und eine Fläche vor der Burg, da gabs jedenfalls Programm. Mittelalterbands, Gaukler, Feuerspucker. Alles was das Herz begehrt. Und ich Torfnase habe meine Kamera nicht dabei.


Das (teure) Spektakel dauerte wie auch 2001 um die 2 Stunden. Den Bösewicht - im RL übrigens ein Jurist - von damals habe ich wiedererkannt, in der aktuellen Storyline ists allerdings einer von den Guten (und mit Stimme und Gesicht erinnert er mich noch immer an eine ganz böse Erinnerung aus längst vergangenen Tagen ...). Die Leute da können wirklich gut reiten, sogar durchs Feuer, vaultigieren (oder wie man das schreibt), vom Pferde aus Speere werfen (der Jurist sogar Bogen schiessen).

Ein Barde führt, auch als Teil der Geschichte, durch dieselbige, und instruiert auch ganz zu Beginn wie man richtig zu bu-hen (wenn die Bösen grad was gewinnen) und zu jubeln (für die Guten natürlich!) hat.

Die Storyline selbst ist ein Standard-Vehikel für die kleineren und größeren Kämpfchen sowie Reit-Shows - die im Tjosten ihr Finale finden. 2001 wars wie bei Ritter aus Leidenschaft, dieses Mal gings schneller vorbei mit einem merkwürdigen 3:3-Kampfmodus, wo die Leute schneller ausschieden. Schade, denn die Lanzen sind ebenso schön gesplittert wie in der Hollywood-Vorlage, und auch sonst hätte ich gerne mehr Lanzengänge gesehen.
(spoiler ahead 
Irgendwann war das Spektakel dann rum, die Bösen tot oder vertrieben, die Guten gewonnen und vereint, und der Tag neigte sich dann auch schon so langsam dem Ende. Meine Tante aus Korea war begeistert, mein Vater ("für ein kindliches Gemüt ganz nett") eher gelangweilt, und ich hatte wieder Lust auf Motorradfahren.
Helfer kippen ordentlich Benzin über Strohbarrikaden aus, die anschliessend in Brand gesteckt werden. In dem Moment gucken Hanne und ich uns an, ihre Augen so groß wie Monde, ein Grinsen auf den Lippen - und beide drehen wir am imaginären Gashahn. Unbezahlbar.
oder auch ...
Papa: die verbrennen Benzin!Hanne: (schluchz) Ja, aber es stirbt umsonst ...