2 Wochen Herbstferien sind rum - meine Freundin
Evi ist nun wieder auf dem Weg zurück ins 400km entfernte Internat. Doch zuvor zog es uns gestern noch einmal ins Kino.

Weil im Moment einige gute Filme laufen, waren wir uns zunächst nicht so recht einig, entschieden uns dann aber für
The Terminal (statt
Collateral).
Die Geschichte (oder besser die Grundidee dazu) des aktuellen Streifens von Erfolgsgarant
Steven Spielberg basiert - so unglaublich es scheinen mag - auf einer
wahren Begebenheit.
Tom Hanks stellt erneut unter Beweis, was für ein Ausnahmeschauspieler er ist. Die Rolle ist voll auf ihn zugeschnitten und erinnerte mich dahingehend irgendwie an
Cast Away - wo er allerdings statt einer wie immer bezaubernden
Catherine Zeta-Jones nur einen Basketball als Mitspieler hatte. Der Film bietet durchgängig Humor und Kalauer, es macht einfach Spaß ihn anzusehen. Auch die Nebenrollen haben mich überzeugt - wobei mir der "Bösewicht" so richtig gefallen hat. Arme Sau

Die
message, so denn man neben der reinen Unterhaltung eine herausdeuten möchte, ist auch ganz nett. Bemerkenswert auch, daß dieses Mal auf ein allzu schmieriges, übertriebenes, hollywood-typisches Happy-End verzichtet wurde.
Macht 8
IMDB-Punkte von mir, für eine solide, romantische und kuscheltaugliche Kinoabendunterhaltung.

Wir sind ja noch jung. Energisch. Voller Kondition. Und weil
Evi an diesem Abend partout auf Gemetzel aus war

entschlossen wir uns kurzerhand, das
Kinopolis nur kurz zum Luftschnappen zu verlassen und nach 10 Minuten Karten für
Man on fire zu lösen. Wir wußten beide nicht mehr, als daß es ein Action-Film mit
Denzel Washington als heruntergekommener Bodyguard im Drogenkartellumfeld war. Die Geschichte ist schnell erzählt: seine Mandantin wird entführt bzw. ermordert - und der ehemalige Elite-Cop (oder wars ein Soldat?) übt blutige Rache an allen, die irgendwie darin verwickelt waren.
Schon nach wenigen Minuten betrat einer meiner Lieblingsschauspieler,
Christopher Walken die Bühne. Eigentlich der klassische Bösewicht, so daß ich von Beginn an den ganzen Film über an eine abgekartete Sache dachte. Zu meiner Erleichterung lag ich am Ende dann auch so falsch nicht, aber mehr verrate ich hier besser nicht. Nach einer ewig langen Einführungsphase, in der man eine Menge Zeit bekommt, sich mit den Protagonisten (
Dakota Fanning einfach nur knuffig;
Radha Mitchell, bekannt aus
Pitch Black,
flach aber ok

) anzufreunden, kommt der Streifen dann auch in Fahrt - und trifft einen dann auch wie der Hammer. Wobei mir Walkens Kommentare, der Todesengel persönlich wäre nun entfesselt, ein bißchen zuviel des guten waren. Das Gemetzel tat auch so seine Wirkung, und nicht nur meine Freundin fragte sich fortwährend, wie der Film hierzulande zu einer FSK-16-Einstufung gelangen konnte ... aber je nach Lust und Laune sind die gebotenen Verhörmethoden und Hinrichtungen auch inspirirend und sehr amüsant. Das Ende geht wirklich ans Herz .. zusammen mit der Musik, welche nicht von ungefähr an das Ende des nicht minder beeindruckenden
Gladiator erinnert - auch hier sorgt
Lisa Gerrard für eine Gänsehaut.
Die durchschlagende Wirkung der kräftigen Bilder und Bildkomposition (die eingestreuten Untertitelkommentare, klasse!) ist sicherlich auch
Tony Scott zu verdanken - nach
Top Gun über
Tage des Donners,
Last Boy Scout und
Crimson Tide wird der Regisseur immer besser.
Paul Cameron, Kamera, hat auch bei
Collateral mitgearbeitet. Muss ich mir auch unbedingt noch ansehen.
Leider hat der Film trotz aller Kniffe aber auch einige störende Längen. Die 146 Minuten Laufzeit ziehen sich zuweilen wie ein Kaugummi - das hat Spielberg bei Terminal besser gemacht, da vergingen die 128 Minuten wie im Flug und kamen einem eher wie 90 Minuten vor. Auch wenn es bei solchen Filmen schwierig ist, mit Realismus zu argumentieren: ein einzelner Attentäter, der am hellichten Tag eine Fahrzeugkollone buchstäblich sprengt, obwohl diese (O-Ton) besser bewacht sein soll als der mexikanische Präsident, stört dann doch.
Nichtsdestoweniger: ein guter, sehenswerter und etwas anspruchsvoller Actionfilm. Macht 8,49 von 10 Punkten, die ich zu 8 Punkten in der IMDB abrunde.