Dienstag, 6. Mai 2008
Linux, SyncML, PIM, Groupwares, iPhone - ein Kessel Frust
Seit den ersten Schritten verfolge ich Sync4J bzw. Funambol, sowie das ganze Groupware-Geraffel drumherum. Die Möglichkeit, sein Büro (oder genauer: alle wichtigen Mails sowie PIM = im wesentlichen Kontakte, Kalender, Todos und Memos) ortsunabhängig permanent verfügbar zu haben, und das auch bei Offline-Einsatz dauerhaft synchron, fand ich schon vor Jahren verlockend.
Im größeren Rahmen ist das ein Teil der Web 2.0-Vision. Für mich ist das die Zukunft: Applikationen "ins Internet bringen". Anwendungen loslösen von Betriebssystem und Endgerät, unabhängig von Ort und Art des Zugangs stets verfügbar machen.
Mails im Web
Mit Mails funktioniert das seit einiger Zeit auch. War IMAP noch vor 4 Jahren ein ziemliches Ärgernis, sowohl in Bezug auf Clients als auch auf kommerzieller Anbieterseite, kann man heute überall billig und stabil IMAP bekommen - und, was m.E. noch wichtiger ist: sich selbst aufsetzen. Die IMAP-Unterstützung von Mailprogrammen ist heute stabil, es gibt zahllose schlichte bis schöne Webmailer (vom Klassiker Squirrelmail über Hastymail bis Roundcubemail, um mal nur drei zu nennen), und auch jedes bessere Handy kann seit einiger Zeit IMAP.Dank IMAP-IDLE ist sogar push-mail kein Problem. Hier hapert es zuweilen leider noch ein bisschen mit der Unterstützung seitens der Provider.
PIM im Web
Bei PIM hat sich in den letzten 5 Jahren zwar eine Menge getan, doch ist man von der Unabhängigkeit von kommerziellen und proprietären Diensten leider noch weit entfernt. Einer der beiden Platzhirsche in diesem Markt ist Microsoft mit seinem Exchange-Server. Auch wenn man die Redmonder hasst, muss man neidlos anerkennen, daß deren Produkte in diesem Bereich bis heute von keinem OpenSource-Produkt auch nur ansatzweise geschlagen werden können. Die Kombination aus Outlook, Exchange-Server und einem Windows Mobile Endgerät funktioniert einfach erschreckend gut. Dies muss man umso mehr anerkennen, wenn man sich viele Nächte am Stück um die Ohren schlägt, um eine solche Lösung mit freien Produkten nachzubauen - und am Ende frustriert scheitert.Spätestens seit ich mein iPhone habe, ist Windows Mobile im Allgemeinen und HTC im speziellen für mich allerdings gestorben. Was dieses Gerät in Sachen Hardware, Verarbeitung und Benutzerführung bietet, lässt die taiwanesischen Smartphones verdammt alt aussehen. So toll das iPhone auch ist, so sehr vermisse ich allerdings auch das unkomplizierte Anstöpseln und Synchronisieren - wie es bei einem WM-PDA per ActiveSync oder beim iPhone mit der schlimmen Bloatware iTunes, möglich ist... Unter dem zur Zeit führenden Desktop-Linux, Ubuntu, ist man hier sowohl bei Windows Mobile als auch bei SyncML leider noch meilenweit entfernt. Eine Ausnahme scheint Mandriva 2008 Windows Mobile Sync zu sein, ich hoffe sowas kommt bald auch für Ubuntu. In jedem Fall ist das iPhone unter Linux definitiv noch nichts für Leute, die ein Apple-Produkt aufgrund seiner einfachen Bedienung kaufen.
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