
Abflug 10h von Vancouver. Die nur halb gefüllte A320 schiesst wie eine Rakete in den Himmel. Bord-TV: ich entscheide mich für "The Wrestler" mit Mickey Rourke und bin sogar etwas beeindruckt von dieser Dokumentation eines kaputten Lebens. Leider ist der Flug so kurz, daß ich das Ende nicht mehr sehen kann, zumal ich von meinem Fensterplatz regelmässig die unter mir herziehenden Rocky Mountains bewundere. Keine zwei Stunden nach dem Start ist die Landung in Calgary.
Von hier geht es weiter nach Frankfurt. Neuneinhalb Stunden Flug in einer vollbesetzten A330-300, die sich beim Start schon deutlich schwerer tut als die kleine Schwester. Bei so einem langen Flug ist Zeit für drei Filme. Der oscarprämierte "Vorleser" mit Kate Winslet und Ralph Finnes hat mir gut gefallen. "Bolt" fand ich ganz nett, familientaugliche computeranimierte Unterhaltung, leider mit zu wenigen Gags um es mit der Pixar-Oberliga aufzunehmen. Über "Twighlight" hatte ich einen sehr wohlwollenden Spiegel-Artikel gelesen und war angesichts dieser total müden Teenie-Lovestory dann doch ziemlich enttäuscht - das ist eher was für Buffy-Fans.
Touchdown Frankfurt gegen halb 6 früh, ICE-Tiefflug zurück nach Düsseldorf, wobei es interessant war über ein halbes Dutzend Flieger im Landeanflug wie an einer Perlenkette aufgereiht in der Luft stehen zu sehen. Ich hätte nicht gedacht, daß der Abstand so gering sein darf.
Die in bunten Farbklecksen rasch vorbeiziehende Landschaft erinnerte mich daran, wie schöne Flecken es auch in Deutschland gibt. Das Rheintal zwischen Köln und Wiesbaden darf sich schadlos mit vielen touristischen Highlights im In- und Ausland messen.
Nach knapp einem Monat nun also wieder daheim. Oder zumindest da, wo derzeit der Wohnsitz angemeldet ist, denn seit vielen Jahren will sich bei mir eigentlich nirgends mehr so ein richtiges "Heimatgefühl" einstellen.
Die Ausgaben vom Neupreis einer Kawa ER-6 haben eine tiefe Kerbe in mein Konto geschlagen. 4600km Auto-Fahrt in Kanada (plus Inside Passage Fähre plus Inlandsflug Toronto-Calgary), 3800 Fotos, eine halbe Stunde Video (zusammen 6GB) und natürlich die Erlebnisse sind aber doch irgendwie unbezahlbar. Fühlt sich gut an, das gemacht zu haben, und ich kann es nur jeder halbwegs reiselustigen Person weiterempfehlen.
Besten Dank an das Atlas Reisebüro Düsseldorf, an DERTOUR-Reisen und an deren kanadischen Partner JonView, für diese Highlights-Tour.